„Matan“ – eine hebräischsprachige Telefonseelsorge – ist ein Grassroots-Projekt, das aus der hebräischsprachigen Community in Deutschland heraus entstanden ist und auf Initiative von Zusammen Berlin (ICE e.V.) für die Community selbst gegründet wurde. ‚Matan‘ ist ein neues Projekt des Beratungszentrums OFEK e.V. und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) und bietet hebräischsprachigen Menschen in Deutschland, die sich in Schwierigkeiten oder in einer Notlage befinden, telefonische Unterstützung in hebräischer Sprache. Das Projekt entstand infolge zahlreicher Hilferufe von Israelis in Deutschland, die deutlich gezeigt haben, dass israelische Migrant:innen in Krisenmomenten Unterstützung auf Hebräisch benötigen. Seit Oktober 2023 steht die Hotline auch hebräischsprachigen Menschen in ganz Europa zur Verfügung.
Das Projekt arbeitet in professioneller Kooperation mit der Kirchlichen TelefonSeelsorge (KTS) und bietet durch empathisches Zuhören erste Unterstützung in schwierigen Situationen. Darüber hinaus verfolgt das Projekt ein weiteres Ziel: bestehende Hilfsangebote in Deutschland für Hebräischsprachige besser zugänglich zu machen. Um diese Ziele zu erreichen, wählt das Projekt seine Freiwilligen sorgfältig aus und bildet sie in einem professionellen und vertieften Schulungsprogramm aus.
Der telefonische Dienst wird von einem Team aus rund 20 Freiwilligen geleistet und ist jeden Abend von 20:00 bis 22:00 Uhr sowie dienstags und donnerstags vormittags von 10:00 bis 12:00 Uhr erreichbar.
An der Spitze des Projekts steht Nitzan Meilin. Sie hat einen Master in Sozialer Arbeit als Menschenrechtsprofession an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin abgeschlossen. Außerdem hat sie einen Bachelor in Sonderpädagogik und Geschichte des jüdischen Volkes sowie einen weiteren Master in Israel-Studien (mit Auszeichnung) von der Haifa-Universität. Nitzan ist verantwortlich für Team- und Freiwilligenmanagement, Recruiting und Schulungen, Vernetzung und Kooperationen mit verschiedenen Organisationen, Strategieentwicklung und Budgetverwaltung. Sie ist überzeugt, dass Grassroots-Initiativen gezielte und notwendige Antworten auf die Bedürfnisse der Gemeinschaft ermöglichen und dass das Wesen des Projekts in seiner engen Verbindung zur Situation vor Ort und zu den sich wandelnden Bedürfnissen liegt. Nitzan hat ‚Matan‘ von Anfang an geleitet — von der Bedarfsermittlung vor Ort über die Gründung des Projekts, die Suche nach Partner:innen und die Beschaffung von Mitteln und Ressourcen bis zum tatsächlichen Start der Hotline.
An der Seite von Nitzan steht ein professionelles Team aus sieben Psycholog:innen und Sozialarbeiter:innen. Das Team engagierte sich erstmals im Juni 2019 ehrenamtlich – mit dem Ziel, die Bedürfnisse vor Ort eingehend zu verstehen und eine passende Antwort darauf zu entwickeln. Es spielte eine zentrale Rolle bei der Gründung des Projekts — bei der Bedarfsermittlung vor Ort und der Erarbeitung der professionellen Standards der Hotline.
Heute ist das Team weiterhin aktiv in der Auswahl und Schulung der Freiwilligen, koordiniert die Dienste an der Hotline und bietet laufende fachliche Unterstützung und Supervision.
Das Projekt und sein Team werden zudem von ausgewählten Vertreter:innen des OFEK-Beratungszentrums sowie der Kirchlichen TelefonSeelsorge begleitet – zur Sicherstellung hoher fachlicher Standards in Ausbildung und Praxis.